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International Year of Global Understanding

Das Jahr 2016 wurde in einer gemeinsamen Erklärung der drei Weltdachverbände der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften – das International Council for Science (ICSU), das International Social Science Council (ISSC) und das International Council for Philosophy and Human Sciences (CIPSH) – als „International Year of Global Understanding“ (IYGU) ausgerufen. „Das internationale Themenjahr wirbt für eine neue Perspektive auf den eigenen Alltag, indem die lokale Lebensweise in einem globalen Zusammenhang gedacht wird. Damit soll zu einem besseren Verständnis von lokalen und globalen Zusammenhängen beigetragen werden und Unterstützung für politische Initiativen, die sich globalen Herausforderungen wie beispielsweise dem Klimawandel, der Ernährungssicherheit oder der Migration annehmen, angeregt werden.“

Ziel des IYGU ist es demnach, wissenschaftliche Erkenntnisse in eine praxisnahe Sprache zu übersetzen, um nachhaltigere Lebensweisen, mehr Lebensqualität und eine nachhaltige, dauerhafte Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen. Die nachhaltigere Lebensweise beginnt zum Beispiel im alltäglichen Leben. Schon beim Einkauf, wenn es darum geht, regional produzierte Produkte oder importierte Produkte zu konsumieren, kann ein jeder mit seinem Handeln und der Änderung von Gewohnheiten dazu beitragen, die globalisierte Welt etwas nachhaltiger zu gestalten. Da spielt auch der ökologische oder genauer, der Kohlenstoffdioxid-Fußabdruck eine Rolle. Jeder Deutsche emittiert durchschnittlich jährlich etwa 12 Tonnen CO2 durch seine Lebensweise in die Atmosphäre. 2 Tonnen davon bestehen allein aus der Umrechnung des Betriebes von öffentlichen Einrichtungen in Deutschland (z.B. Verwaltungsgebäude, Straßenbau, Krankenhäuser, Forschungsinstitute) auf die Einwohner. Die Erde verkraftet allerdings nur Emissionen in Höhe von 2 Tonnen pro Erdbewohner. Somit ist ein fairer Fußabdruck für uns gar nicht möglich. Der Konsum von regionalen ökologischen Produkten, eine Verminderung des Fleischkonsums, eine energiesparende Lebensweise sowie das vermehrte Nutzen des öffentlichen Personennahverkehrs sind Ansätze, um den eigenen Fußabdruck deutlich zu verbessern!

Da das IYGU von der Internationalen Geographischen Union initiiert worden war und daher auch als „Wissenschaftsjahr der Geographie“ angesehen werden kann, liegt der Schwerpunkt der NIGHTofSCIENCE dieses Jahr thematisch auch in der Geographie bzw. den Geowissenschaften. Die Leitfiguren der kommenden NoS sind das wohl größte deutsche Wissenschafts-Geschwisterpaar überhaupt – die Gebrüder Humboldt. Während der große Bruder Wilhelm von Humboldt (1767-1835) zu den großen, fortwirkend einflussreichen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturgeschichte durch seine Forschungsschwerpunkte in den Kulturwissenschaften zählt und der Reformmotor im Schul- und Universitätswesen war, führten den kleineren Bruder Alexander von Humboldt (1769-1859) mehrjährige Forschungsreisen nach Lateinamerika, in die USA sowie nach Zentralasien. Wissenschaftliche Feldstudien betrieb er unter anderem in den Bereichen Physik, Chemie, Geologie, Mineralogie, Vulkanologie, Botanik, Vegetationsgeographie, Zoologie, Klimatologie, Ozeanographie und Astronomie, aber auch zu Fragen der Wirtschaftsgeographie, der Ethnologie und der Demographie. Dadurch wurde er zum Mitbegründer der Geographie als empirische Wissenschaft.

War die Geographie als wissenschaftliche Disziplin in ihren Anfängen eher eine vom Kolonialismus geprägte beschreibende Wissenschaft von Landschaften, Völkern und Kulturen sowie ein Werkzeug der "vaterländischen Erziehung", die einen hohen Stellenwert bspw. in Preußen einnahm, und auch während der Kriege eher durch militärischem bzw. kartographischen Forschungsinteressen weiterentwickelt wurde, so trat sie in der Nachkriegszeit als Disziplin der Raumwissenschaften auf, die sich in weitere Teildisziplinen gliederte. Dies wurde durch eine Unterteilung in die naturwissenschaftliche Physische Geographie (Mensch-Umwelt-Beziehungen; Hydrologie, Bodenkunde, Geomorphologie, Geo-/Landschaftsökologie, Biogeographie, Klimatologie) und die gesellschaftswissenschaftliche Humangeographie (Raum-Mensch-Beziehungen; städtische Räume, Siedlungsgeographie, Planung, Infrastruktur, Wirtschaftsgeographie) akzentuiert. Eine Entwicklung integrativer Ansätze und Perspektiven ist hierbei unabdingbar, da geographische Disziplinen Schnittstellen zwischen den Gesellschafts- und Naturwissenschaften bilden.

Passend zu diesem Thema gibt es dieses Jahr das GEO-Spezial am und im Geozentrum!

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NIGHTofSCIENCE 2017:
09.06.2017 - 17:00-06:00 Uhr

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